Der regelmäßige Gang zur Toilette ist eine gewohnte und alltägliche Erfahrung aller Menschen. Über viele Jahrzente funktioniert dieser Vorgang, ohne das man weiter darüber nachdenkt.

Ein Netzwerk aus vegetativen und willkürlich steuerbaren Nervenbahnen ermöglicht es Blase und Schliessmuskel, zwei im Grunde gegensätzliche Funktionen auszuführen. Um Speicherung und Entleerung korrekt ausführen zu können, sind gewisse körperliche und psychische Voraussetzungen notwendig.

  1. eine normale Funktion des Harntraktes
  2. die intakte Koordination aller Teile des Harntraktes durch das Nervensystem
  3. die Fähigkeit, die Entleerung willentlich hinauszuzögern und zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt einzuleiten
  4. das Einhalten solzialer Normen bezüglich Intervall, Zeitpunkt und Ort der Blasenentleerung

Fehlen eine oder mehrere dieser Voraussetzungen, so kommt es unweigerlich zum Unrinverlust und vermehrten Harndrang.

Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Beckenbodensenkungen (Deszensus, Prolaps), Veränderungen der Blasenschleimhaut, Hormonmangel,  Stoffwechselerkrankung oder neurologische Erkrankungen werden häufig als Grundleiden diagnostiziert.

Anhand interdisziplinärer Diagnostik und Einleitung entsprechender individualisierter Behandlungsverfahren ist bei den meisten Betroffenen eine Heilung oder wesentliche Besserung erreichbar.

In den letzten Jahren ist die Kontinenztherapie durch moderne Verfahren regelrecht revolutioniert worden.

So kann durch die Einlage von spannungsfreien Bändern (TVT / TVT-O) oder eine paraurethrale Injektion zum Beispiel mit Bulkamid® die Belastungsinkontinenz in bis zu 90% geheilt werden.

Durch die Verwendung neuartiger Beckenbodennetze hat sich die Behandlung der Beckenbodensenkung dramatisch verändert. Mit der Zielsetzung des Organerhaltes (Gebärmutter) führen die Netzimplantationen (mesh repair) zu funktionell und kosmetisch hervorragenden Ergebnissen mit deutlich geringeren Rezidiraten (Rückfallquote).
Patienten mit einer Drangsymptomatik profitieren neben der bislang gebräuchlichen medikamentösen Therapie (Anticholinergika) häufig von einer E.M.D.A.- oder Botoxtherapie. Insbesondere bei chronischen Leiden wie der interstitiellen Zystitis (IC) haben sich diese (Therapien) bewährt. 

Wenn Ihre Blasen- oder Darmkontrolle stark gestört ist, dann kann Ihnen die Implantation eines Nerven- / Beckenbodenstimulators (Interstim®) möglicherweise helfen.

Das Kontinenzzentrum Brandenburg hat  sich das Ziel gesetzt, Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten mit Kontinenzproblemen zu sein.

Durch intensivierte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, Beckenbodentherapeuten und geschultem Pflegepersonal soll zudem eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und eine optimierte Versorgung inkontinenter Patienten erreicht werden. Zertifikat Beratungsstelle

Unsere Plakat-Aktionen: Die Plakate wurden von Jan Beumelburg entworfen.

Das Kontinenzzentrum Brandenburg ist ein Projekt des Gesundheits- netzwerkes Süd-West-Brandenburg.

Klinikum Brandenburg - Campus für Gesundheit